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Exchange Server 2019 End of Support: Die Migration richtig planen

15. August 2026 · Lesezeit 7 Min. · Lyzio Redaktion

Der Exchange Server 2019 End of Support ist seit dem 14. Oktober 2025 Realität, gemeinsam mit Exchange Server 2019 lief an diesem Tag auch der erweiterte Support für Exchange Server 2016 aus. Wer die Migration bislang aufgeschoben hat, steht jetzt vor drei möglichen Wegen: Umstieg auf die neue Exchange Server SE, Verlagerung der Postfächer zu Microsoft 365, oder Weiterbetrieb der bestehenden Server. Dieser Ratgeber ordnet die Optionen ein, erklärt den faktischen Abo-Zwang bei Exchange Server SE, und zeigt, wie sich freiwerdende Lizenzen und benötigte Zusatz-CALs über den Gebrauchtmarkt kostengünstig abwickeln lassen.

Exchange Server 2019 End of Support: Was am 14. Oktober 2025 geschah

Sowohl Exchange Server 2016 als auch Exchange Server 2019 erreichten am 14. Oktober 2025 ihr offizielles End of Life. Ab diesem Datum stellt Microsoft für beide Versionen keine regulären Sicherheitsupdates mehr bereit. Für Exchange Server 2019 wird zusätzlich ein rund sechsmonatiges Fenster für einzelne kritische Sicherheitsupdates bis in den April 2026 hinein berichtet, eine offizielle Lifecycle-Tabellenzeile dafür veröffentlicht Microsoft nach unserer Recherche allerdings nicht, mehrere Fachquellen berichten aber übereinstimmend davon. Für die Planung sollten Unternehmen ohnehin nicht auf eine solche Kulanzfrist setzen, sondern die Migration jetzt aktiv angehen.

Exchange Server SE: Modern Lifecycle und faktischer Abo-Zwang

Seit dem 1. Juli 2025 ist Exchange Server SE (Subscription Edition) allgemein verfügbar. Anders als die Vorgängerversionen läuft SE nach der Modern Lifecycle Policy: Es gibt kein festes Enddatum, solange das System aktuell gehalten wird. Beim Lizenzmodell ändert sich allerdings mehr als der Name. Exchange Server SE wird nicht mehr als reine Einmallizenz ohne Software Assurance angeboten. Die Nutzungsberechtigung entsteht nur über aktive Software Assurance auf vorhandenen Exchange-Server-Lizenzen, oder über eine qualifizierende Microsoft-365-Subskription mit On-Premises-Nutzungsrechten im Rahmen eines Enterprise Agreements. Auch die notwendigen CALs, die Standard-CAL ist dabei stets Pflicht, die Enterprise-CAL ein Zusatz für erweiterte Funktionen, müssen mit laufender Software Assurance versehen sein. In der Praxis bedeutet das einen faktischen Abo-Zwang, maßgeblich sind dabei im Einzelfall die Microsoft Product Terms.

Der Migrationspfad: Von 2016 oder 2019 zur SE

Wer heute noch Exchange Server 2019 mit dem aktuellsten Update betreibt, kann direkt per In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE wechseln. Für Exchange Server 2016 führt der unterstützte Weg zunächst über ein Update auf Exchange Server 2019, erst von dort aus ist der Umstieg auf SE möglich. Wer diesen Weg technisch nicht mitgehen will oder kann, sollte die Kostenentwicklung im Blick behalten: Zum 1. Juli 2025 stiegen die Preise für die eigenständigen On-Premises-Serverprodukte Exchange, SharePoint und Skype for Business Server um 10 Prozent, einen Monat später, zum 1. August 2025, verteuerten sich die Core-CAL-Suite um bis zu 15 Prozent und die Enterprise-CAL-Suite um bis zu 20 Prozent. Wer ohnehin plant, Server oder CALs neu zu beschaffen, findet im Gebrauchtmarkt aktuell den größeren Preisvorteil.

Drei Optionen im Vergleich: Exchange SE, Microsoft 365 oder Weiterbetrieb

OptionKostenlageEinordnung
Exchange Server SE mit Software Assurancelaufende SA-Kosten statt Einmalkaufvolle Kontrolle On-Premises bleibt erhalten, für Unternehmen mit eigener Compliance- oder Datenhaltungsanforderung oft die richtige Wahl
Postfächer zu Microsoft 365monatliches Abo pro Nutzerkein eigener Mailserver mehr nötig, dafür Teil der laufenden M365-Preisspirale, siehe unseren Ratgeber zur M365-Preiserhöhung 2026
Weiterbetrieb von Exchange 2016/2019keine Lizenzkosten kurzfristignicht empfohlen: kein Hersteller-Support mehr, wachsendes Sicherheitsrisiko für ein internetseitig erreichbares Postfach-System

Für viele mittelständische Unternehmen liegt die wirtschaftlich sinnvolle Lösung zwischen den ersten beiden Optionen: Exchange Server SE für Postfächer mit besonderen Anforderungen, Microsoft 365 für den überwiegenden Teil der Belegschaft. Details zur richtigen Lizenzierung von Exchange und SQL Server im Mischbetrieb liefert unser Grundlagenartikel Exchange & SQL Server lizenzieren. Wer zusätzlich noch mit älteren Systemen jenseits von Exchange plant, findet in unserer Support-Ende-Übersicht 2026/2027 die passenden Termine im Gesamtbild.

Beispielrechnung: Ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern wechselt

Ein Betrieb mit 25 Mitarbeitern betreibt bislang Exchange Server 2019 Standard mit 25 zugehörigen User-CALs. Entscheidet sich das Unternehmen für Microsoft 365 oder für Exchange Server SE per Neubeschaffung, werden Server-Lizenz und CALs frei. Nach der Preisliste von Lyzio (netto, ca., Stand 10.08.2026) hat eine gebrauchte Exchange Server 2019 Standard Lizenz einen Marktwert von rund 222,40 Euro, eine User-CAL rund 27,20 Euro, macht bei 25 CALs zusammen rund 680,00 Euro, in Summe also rund 902,40 Euro. Über den Rückkauf (Trade-in) bei Lyzio mit der üblichen 30-Prozent-Restwert-Regel ergibt das eine Gutschrift von rund 270,72 Euro für die frei gewordenen Lizenzen.

Bleibt dasselbe Unternehmen dagegen On-Premises und wächst von 15 auf 25 Arbeitsplätze, benötigt es 10 zusätzliche Exchange Server 2019 Standard User-CALs. Gebraucht bei Lyzio kosten diese rund 27,20 Euro pro Stück, macht 272,00 Euro netto für 10 CALs. Zum aktuellen Microsoft-Neupreis von rund 89,00 Euro pro CAL wären es 890,00 Euro, eine Ersparnis von rund 618,00 Euro beziehungsweise 69 Prozent.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie zuerst, ob Ihre bestehenden Exchange-Lizenzen noch über aktive Software Assurance verfügen. Nur damit ist der Umstieg auf Exchange Server SE ohne Zusatzkosten möglich, in allen anderen Fällen lohnt sich vorher ein Kostenvergleich zwischen SE-Neubeschaffung, Microsoft 365 und dem Gebrauchtmarkt.

Fazit

Der Exchange Server 2019 End of Support ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Anlass, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Exchange Server SE eignet sich für Unternehmen, die On-Premises bleiben wollen und die laufenden Software-Assurance-Kosten einplanen, Microsoft 365 nimmt den Betrieb des Mailservers ab, verlangt dafür aber ein wachsendes monatliches Abo. Ein Weiterbetrieb von Exchange 2016 oder 2019 ohne Sicherheitsupdates ist in keinem Fall empfehlenswert. Unabhängig vom gewählten Weg lohnt sich ein Blick auf den Gebrauchtmarkt: Freiwerdende Lizenzen lassen sich bei Lyzio zurückverkaufen, benötigte Zusatz-CALs für den Weiterbetrieb gebraucht und günstig nachkaufen.

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Häufige Fragen

Ist der Support für Exchange Server 2016 und 2019 bereits beendet?

Ja. Der erweiterte Support für Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 endete am 14. Oktober 2025. Seitdem erhalten beide Versionen keine regulären Sicherheitsupdates mehr.

Kann ich von Exchange Server 2016 direkt auf Exchange Server SE upgraden?

Nein. Microsoft sieht als unterstützten Weg zunächst ein Update auf Exchange Server 2019 vor, erst von dort ist ein In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE möglich.

Muss ich für Exchange Server SE zwingend ein Abonnement abschließen?

Exchange Server SE wird nicht mehr als reine Einmallizenz ohne Software Assurance angeboten. Der Zugriff setzt aktive Software Assurance auf vorhandenen Exchange-Server-Lizenzen oder eine qualifizierende Microsoft-365-Subskription mit On-Premises-Nutzungsrechten voraus, maßgeblich sind die Microsoft Product Terms.

Was passiert, wenn ich Exchange 2016 oder 2019 einfach weiterbetreibe?

Der Server erhält keine Sicherheitsupdates mehr und wird zu einem wachsenden Risiko, besonders bei einem Postfach-System mit Zugriff auf das offene Internet. Ein dauerhafter Weiterbetrieb ohne Sicherheitsupdates ist nicht zu empfehlen.