Wer eine Volumenlizenz aktivieren will, stößt fast immer auf dieselbe Frage: KMS oder MAK? Beide Verfahren sind offiziell von Microsoft für Volumenlizenzen vorgesehen, und beide funktionieren unabhängig davon, ob die Lizenz neu oder aus zweiter Hand stammt. Dieser Ratgeber erklärt den KMS-MAK-Unterschied Schritt für Schritt und zeigt anhand einer Entscheidungstabelle, welche Methode zu Ihrer IT-Umgebung passt.
Was ist KMS (Key Management Service)?
KMS ist ein Client-Server-Modell. Ein KMS-Host im eigenen Netzwerk übernimmt die Aktivierung aller Clients, die einen GVLK (Generic Volume License Key) verwenden, den Standardschlüssel, der bei Volumenlizenz-Installationsmedien bereits vorinstalliert ist. Die Clients suchen den KMS-Host automatisch im Netzwerk und aktivieren sich, ohne dass eine Verbindung zu Microsoft-Servern nötig wäre. Eine KMS-Aktivierung gilt 180 Tage, Clients versuchen standardmäßig alle 7 Tage, sich zu erneuern, bei Erfolg beginnt der Zeitraum neu. Bleibt der Kontakt zum KMS-Host länger als 180 Tage aus, fällt der Client in den nicht aktivierten Zustand zurück. Ein einzelner KMS-Host bedient technisch beliebig viele Clients, ab rund 50 Clients empfiehlt sich aus Redundanzgründen ein zweiter Host.
Entscheidend ist die Mindestanzahl an Geräten: Bei Windows-Client-Betriebssystemen aktiviert KMS erst, wenn der Host 25 oder mehr eindeutige Computer gezählt hat. Bei Windows-Server-Betriebssystemen und den Volumen-Editionen von Microsoft Office genügen bereits 5 gezählte Geräte.
Der große Vorteil von KMS liegt in der Wartungsfreiheit: Einmal eingerichtet, aktivieren sich neue Clients automatisch, ohne dass die IT-Abteilung jede einzelne Installation manuell freischalten muss. Gerade in wachsenden Unternehmen mit regelmäßigen Neubeschaffungen zahlt sich dieser geringe Verwaltungsaufwand über die Zeit deutlich aus.
Für größere oder mehrstandortige Umgebungen sind zwei weitere Details relevant: Der KMS-Host zählt nur eindeutige Verbindungen der letzten 30 Tage und speichert maximal die letzten 50 Kontakte. Der ursprüngliche Host-Schlüssel lässt sich außerdem zur Aktivierung von bis zu fünf weiteren KMS-Hosts nutzen, insgesamt also bis zu sechs Hosts, falls mehrere Standorte eigene Server betreiben sollen.
Was ist MAK (Multiple Activation Key)?
MAK aktiviert jede Installation einzeln, online oder telefonisch, direkt über die Microsoft-Aktivierungsserver. Ein eigener KMS-Host ist dafür nicht nötig. Jeder MAK hat allerdings ein vertraglich festgelegtes Aktivierungslimit, jede Aktivierung zählt dagegen, bei Überschreitung kann Microsoft den Schlüssel sperren. Einmal erfolgreich aktiviert, bleibt die Installation dauerhaft aktiv, eine erneute Aktivierung ist nur nach einer signifikanten Hardware-Änderung erforderlich.
MAK eignet sich besonders für Umgebungen, in denen ein zentraler KMS-Host schlicht nicht sinnvoll wäre, etwa bei einzelnen Homeoffice-Arbeitsplätzen, Laptops im Außendienst oder kleinen Zweigstellen mit nur wenigen Geräten. Der Nachteil: Jede Aktivierung zählt gegen ein festes Kontingent, wer sein Limit unterschätzt, muss beim Hersteller nachverhandeln.
KMS oder MAK: der Unterschied auf einen Blick
| Kriterium | KMS | MAK |
|---|---|---|
| Mindestanzahl Geräte | ab 25 (Client) bzw. 5 (Server/Office) | keine Mindestanzahl |
| Infrastruktur | eigener KMS-Host im Netzwerk nötig | kein zusätzlicher Host nötig |
| Offline-/Außendienstgeräte | ungeeignet ohne regelmäßigen Netzwerkkontakt | geeignet, einmalige Online- oder Telefonaktivierung |
| Reaktivierung | automatisch alle 7 Tage, 180-Tage-Fenster | nur bei größerer Hardware-Änderung |
| Verwaltungsaufwand | einmal einrichten, danach automatisch | Aktivierungslimit pro Key im Blick behalten |
| Typisches Einsatzgebiet | Unternehmen mit ausreichend vielen Geräten im Netz | kleine Standorte, Einzelgeräte, mobile Arbeitsplätze |
In der Praxis kombinieren viele mittelständische Unternehmen beide Verfahren: KMS für den Hauptstandort mit ausreichend vielen Geräten, MAK für einzelne Außenstellen oder mobile Mitarbeiter. Diese Kombination ist offiziell vorgesehen und technisch unkompliziert, da beide Verfahren unabhängig voneinander funktionieren und sich nicht gegenseitig beeinflussen.
Aktivierung gebrauchter Volumenlizenzen: kein Unterschied zur Neulizenz
Für die Aktivierung selbst spielt es keine Rolle, ob eine Volumenlizenz neu erworben oder als geprüfte Gebrauchtlizenz übernommen wurde: GVLK beziehungsweise individueller Product Key funktionieren identisch. Rechtlich beruht das auf dem europäischen Erschöpfungsgrundsatz. Der EuGH hat in der Rechtssache C-128/11 (UsedSoft, 03.07.2012) bestätigt, dass unbefristete Softwarelizenzen nach dem Erstverkauf im EWR weiterverkauft werden dürfen, der BGH hat dies mit dem Urteil UsedSoft III (I ZR 8/13) ausdrücklich auf einzelne Lizenzen aus einer größeren Volumenlizenz erweitert. Voraussetzung ist eine lückenlose Dokumentation der Rechtekette, mehr dazu in unserem Grundlagenartikel zu gebrauchten Volumenlizenzen. Zur vollständigen Dokumentation gehören der Nachweis des Ersterwerbs im EWR, alle Zwischenverkäufe sowie die Erklärung, dass der Verkäufer seine eigene Kopie deinstalliert beziehungsweise unbrauchbar gemacht hat, genau die Punkte, die auch ein Microsoft-Lizenzaudit prüft. Bei Lyzio erhalten Sie zu jeder Lizenz die vollständigen Nachweise, damit KMS- oder MAK-Aktivierung reibungslos funktioniert und im Audit Bestand hat.
Beispiel: Aktivierung für ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern
Ein Betrieb mit 25 Arbeitsplätzen schafft 25 gebrauchte Windows-Volumenlizenzen und 25 gebrauchte Office-Professional-Plus-Volumenlizenzen an. Für die Windows-Clients wird die KMS-Schwelle von 25 Geräten damit genau erreicht, KMS aktiviert also, sobald alle Rechner einmal Kontakt zum internen KMS-Host hatten. Für Office greift die niedrigere Schwelle von 5 Geräten, hier aktiviert KMS schon nach der Installation eines Bruchteils der Arbeitsplätze. Beide Produktgruppen lassen sich über denselben KMS-Host im lokalen Netzwerk abwickeln, ein zusätzlicher Server ist bei dieser Größenordnung nicht nötig. Läge das Unternehmen bei nur 15 Windows-Arbeitsplätzen, würde die Client-Schwelle nicht erreicht, dann blieben nur MAK oder die Active-Directory-basierte Aktivierung als Alternative. Betreibt dasselbe Unternehmen zusätzlich einen Terminalserver, ändert sich an der Aktivierungslogik übrigens nichts, Details dazu liefert unser Ratgeber Office auf dem Terminalserver richtig lizenzieren.
Fazit
KMS lohnt sich, sobald Sie die Mindestanzahl an Geräten erreichen und ein stabiles internes Netzwerk betreiben, MAK ist die richtige Wahl für kleine Standorte, Einzelgeräte und mobile Arbeitsplätze ohne regelmäßigen Netzwerkkontakt. Für beide Verfahren gilt: Ob die zugrunde liegende Volumenlizenz neu oder gebraucht erworben wurde, spielt technisch keine Rolle, mit lückenloser Dokumentation lässt sie sich genauso rechtssicher aktivieren. Wer beim nächsten Lizenzkauf sparen will, findet bei Lyzio geprüfte Windows- und Office-Volumenlizenzen mit vollständigen Aktivierungsunterlagen, unabhängig davon, ob am Ende KMS oder MAK zum Einsatz kommt.