Lizenzierung

Microsoft 365 ohne Teams: Was die Entbündelung für Ihre Lizenzstrategie bedeutet

31. August 2026 · Lesezeit 8 Min. · Lyzio Redaktion

Seit dem 1. Oktober 2025 können Unternehmen Microsoft 365 ohne Teams beziehen. Möglich macht das ein EU-Kartellverfahren, das auf eine Beschwerde von Slack aus dem Jahr 2023 zurückgeht und Microsoft zu Zugeständnissen bei Bündelung und Interoperabilität verpflichtet. Für IT-Verantwortliche im Mittelstand eröffnet die neue Wahlfreiheit einen zusätzlichen Hebel in der Lizenzstrategie, insbesondere in Kombination mit gebrauchten Office-Kauflizenzen für Arbeitsplätze ohne echten Kollaborationsbedarf. Dieser Ratgeber ordnet die Entbündelung ein und zeigt eine konkrete Kombinations-Strategie.

Warum Microsoft 365 jetzt ohne Teams erhältlich ist

Ausgangspunkt war eine Beschwerde von Slack bei der EU-Kommission im Jahr 2023: Der Vorwurf lautete, Microsoft verschaffe Teams durch die feste Bündelung mit Office beziehungsweise Microsoft 365 einen unlauteren Wettbewerbsvorteil gegenüber eigenständigen Kollaborationswerkzeugen. Die EU-Kommission leitete daraufhin ein Kartellverfahren gegen Microsoft ein. Statt eines langwierigen Verfahrens mit Bußgeld bot Microsoft der Kommission Zusagen an, die diese akzeptierte. Im Ergebnis bietet Microsoft seit dem 1. Oktober 2025 seine Microsoft-365- und Office-365-Suiten auch ohne Teams an.

Die EU-Kommission hat Microsofts Zusagen akzeptiert und das Verfahren im September 2025 formell abgeschlossen, ohne eine Geldbuße zu verhängen. Im Gegenzug muss Microsoft verbesserte Interoperabilität mit Wettbewerbsprodukten sowie eine bessere Datenportabilität sicherstellen. Die Zusagen zu Interoperabilität und Datenportabilität gelten für 10 Jahre, die übrigen Zusagen aus dem Verfahren für 7 Jahre. Für Unternehmen in der EU bedeutet das eine vergleichsweise langfristige Planungssicherheit: Die Wahlfreiheit zwischen Suite mit und ohne Teams ist kein kurzfristiges Zugeständnis, sondern über viele Jahre vertraglich abgesichert.

Was die Wahlfreiheit für Ihre Lizenzentscheidung bedeutet

Für die Lizenzplanung im Mittelstand öffnet die Entbündelung eine zusätzliche Stellschraube. Bislang war Teams in den meisten M365-Plänen fest enthalten, unabhängig davon, ob ein Team es tatsächlich als primäres Kollaborationswerkzeug nutzt oder bereits auf ein anderes Produkt setzt. Wer Teams nicht benötigt, kann nun gezielt eine schlankere Suite wählen, statt für eine ungenutzte Funktion mitzuzahlen. Laut Presseberichten liegt der Preisabschlag der Suite ohne Teams spürbar unter dem der Vollversion, eine vollständige, öffentlich einsehbare Microsoft-Preisliste mit exaktem Abschlag je Plan liegt allerdings nicht für jeden Tarif im Detail vor. Für die konkrete Budgetplanung empfiehlt sich daher der Abgleich mit dem aktuellen Angebot des jeweiligen Lizenzpartners.

Kombinations-Strategie: Schlanke Suite und gebrauchte Kauflizenz

Die Entbündelung entfaltet ihren größten Nutzen in Kombination mit einer sauberen Trennung zwischen Cloud- und reinen Office-Arbeitsplätzen. Für Mitarbeiter mit echtem Kollaborationsbedarf, etwa abteilungsübergreifende Projektarbeit mit Chat, Video und gemeinsamen Dateien, bleibt eine M365-Suite sinnvoll, künftig wahlweise mit oder ohne Teams, je nach eingesetztem Kollaborationswerkzeug. Für Arbeitsplätze, an denen ausschließlich klassisch mit Office-Dokumenten gearbeitet wird, etwa in Buchhaltung, Sachbearbeitung oder Produktion, lohnt sich dagegen häufig der Umstieg auf eine dauerhafte Kauflizenz statt eines laufenden Abos. Office LTSC 2024 Standard ist bei Lyzio gebraucht bereits ab 229,00 € netto erhältlich, die Professional-Plus-Variante ab 269,00 € netto (Preisliste Stand August 2026, netto). Beide Editionen enthalten die klassischen Office-Anwendungen als dauerhafte Lizenz, ohne monatliche Abo-Kosten und ohne die Cloud-Anbindung, die an diesen Arbeitsplätzen ohnehin nicht benötigt wird.

Ein Beispiel verdeutlicht den Effekt: Ein Unternehmen mit 30 Arbeitsplätzen stellt fest, dass 20 Mitarbeiter regelmäßig mit Teams und gemeinsamen Cloud-Dokumenten arbeiten und im M365-Abo bleiben, während 10 Arbeitsplätze in der Sachbearbeitung ausschließlich lokal mit Office-Dokumenten arbeiten. Für diese 10 Arbeitsplätze ersetzt eine einmalige Investition von 10 mal 229,00 € netto, also 2.290,00 € netto, das fortlaufende Abo dauerhaft. Die verbleibenden 20 Cloud-Arbeitsplätze bleiben im M365-Abo, künftig wahlweise mit oder ohne Teams, je nachdem, welches Kollaborationswerkzeug im Unternehmen tatsächlich zum Einsatz kommt.

Teams-Alternativen: Eine neutrale Einordnung

Wer sich für eine M365-Suite ohne Teams entscheidet, benötigt für abteilungsübergreifende Kommunikation in der Regel ein anderes Kollaborationswerkzeug. Am Markt existiert dafür eine Reihe etablierter Chat- und Videokonferenz-Lösungen unterschiedlicher Anbieter, die Wahl hängt von bestehender Infrastruktur, Datenschutzanforderungen und Integrationsbedarf ab. Eine pauschale Empfehlung für ein bestimmtes Fremdprodukt ist an dieser Stelle nicht sinnvoll, da der passende Ersatz stark vom individuellen Unternehmenskontext abhängt. Wichtig ist vor allem, dass die von der EU-Kommission erzwungene bessere Interoperabilität den Wechsel technisch erleichtert. Für die Entscheidung zählt in der Praxis weniger die Marke des Werkzeugs als die Frage, ob es sich sauber in bestehende Verzeichnisdienste und Sicherheitsrichtlinien einfügt und ob der Datenschutz den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens genügt.

Einordnung: M365-Preisrunde zum 1. Juli 2026

Die Entscheidung für oder gegen Teams innerhalb der Suite steht im Kontext einer größeren Preisentwicklung: Zum 1. Juli 2026 hat Microsoft eine globale Preis- und Paketanpassung bei Microsoft 365 umgesetzt, mit Erhöhungen je nach Plan zwischen rund 5 und 25 Prozent. Eigenständige Teams- und Copilot-SKUs waren von dieser Preisrunde ausdrücklich ausgenommen. In diesem Umfeld gewinnt die Möglichkeit, Suiten gezielt schlanker zuzuschneiden und ungenutzte On-Premises-Arbeitsplätze auf Kauflizenzen umzustellen, zusätzlich an Bedeutung für die IT-Budgetplanung. Details zur Preisrunde selbst finden Sie in unserem Ratgeber zur Microsoft-365-Preiserhöhung 2026. Als Ausgleich für die Preisanpassung nennt Microsoft unter anderem zusätzlichen Postfachspeicher für Business-Basic- und Business-Standard-Nutzer sowie einen erweiterten Schutz vor schädlichen Links in Outlook, beides ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Frage, ob ein Arbeitsplatz überhaupt ein volles Cloud-Abo benötigt.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie pro Abteilung, ob Teams tatsächlich aktiv genutzt wird, bevor Sie beim nächsten Vertragszyklus zwischen Suite mit und ohne Teams wählen. Ungenutzte Funktionen abzubestellen lohnt sich unabhängig davon, ob am gleichen Arbeitsplatz zusätzlich eine Kauflizenz eingesetzt wird.

Fazit

Die Entbündelung von Microsoft 365 und Teams ist das Ergebnis eines EU-Kartellverfahrens und seit dem 1. Oktober 2025 wirksam, mit einer über 7 bis 10 Jahre abgesicherten vertraglichen Grundlage. Für Unternehmen lohnt sich jetzt eine zweigleisige Strategie: Cloud-Arbeitsplätze mit echtem Kollaborationsbedarf gezielt in der passenden M365-Suite belassen, reine Office-Arbeitsplätze dagegen auf dauerhafte, gebrauchte Kauflizenzen umstellen. Wie beide Welten dauerhaft nebeneinander funktionieren, zeigt unser Ratgeber zur Microsoft-365-Alternative mit Kauflizenz. Bei Lyzio erhalten Sie Office LTSC 2024 in Standard- und Professional-Plus-Edition als geprüfte Gebrauchtlizenz mit vollständiger Dokumentation.

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Häufige Fragen

Seit wann gibt es Microsoft 365 ohne Teams?

Seit dem 1. Oktober 2025 bietet Microsoft seine Microsoft-365- und Office-365-Suiten auch ohne Teams an. Grundlage ist ein EU-Kartellverfahren, das auf eine Beschwerde von Slack aus dem Jahr 2023 zurückgeht.

Wie ist das EU-Kartellverfahren gegen Microsoft ausgegangen?

Die EU-Kommission hat Microsofts Zusagen akzeptiert und das Verfahren im September 2025 ohne Geldbuße abgeschlossen. Microsoft muss dafür verbesserte Interoperabilität und Datenportabilität sicherstellen, die Interoperabilitäts- und Portabilitätszusagen gelten 10 Jahre, die übrigen Zusagen 7 Jahre.

Ist Microsoft 365 ohne Teams günstiger?

Laut Presseberichten ist die Suite ohne Teams spürbar günstiger als die Variante mit Teams, eine offizielle Microsoft-Preisliste mit exaktem Abschlag liegt öffentlich nicht in jedem Detail vor. Der tatsächliche Effekt hängt vom gewählten Plan ab.

Lohnt sich die Kombination aus schlanker M365-Suite und Kauflizenz?

Ja, für Arbeitsplätze ohne Cloud-Bedarf ist eine dauerhafte Office-Kauflizenz wie Office LTSC 2024 häufig wirtschaftlicher als ein fortlaufendes Abo, während Arbeitsplätze mit echtem Kollaborationsbedarf im schlankeren M365-Abo ohne Teams bleiben.