Sobald ein Unternehmen Aufgaben und Projekte digital koordiniert, stellt sich die Frage Microsoft Project oder Planner? Beide Werkzeuge kommen aus dem Microsoft-Umfeld, richten sich aber an ganz unterschiedliche Anforderungen: Planner ist ein einfaches, in vielen Microsoft-365-Abos bereits enthaltenes Kanban-Werkzeug, Project eine vollwertige Projektmanagement-Software mit Gantt-Diagrammen und Ressourcenplanung, wahlweise als Kauflizenz. Wer beide Werkzeuge kennt, vermeidet zwei typische Fehler: eine unnötige Zusatzanschaffung, wenn Planner bereits ausreicht, und eine Unterausstattung, wenn ein komplexes Projekt mit einem reinen Aufgabenboard gesteuert werden soll. Dieser Ratgeber ordnet die Entscheidung nach Projektkomplexität ein und zeigt, was Project als gebrauchte Kauflizenz kostet.
Microsoft Project oder Planner: Zwei unterschiedliche Werkzeuge
Microsoft Planner ist kein eigenständiges Kaufprodukt, sondern ein Bestandteil der meisten Microsoft-365-Abonnements. Es handelt sich um ein Kanban- und Aufgabenmanagement-Werkzeug für einfache Listen, Boards und Zuweisungen, für das kein zusätzlicher Lizenzkauf nötig ist, sofern bereits ein passendes M365-Abo vorhanden ist. Microsoft Project dagegen ist ein vollwertiges Projektmanagement-Werkzeug, verfügbar als Project Standard und Project Professional, jeweils in den Versionen 2021 und 2024 als Einmalkauf mit dauerhaftem Nutzungsrecht erhältlich, unabhängig von einem laufenden Abo.
Was Planner leisten kann und wo es endet
Planner eignet sich für die Organisation von Aufgaben in Teams, für einfache To-do-Listen mit Fälligkeitsterminen und für die visuelle Nachverfolgung des Bearbeitungsstands über Kanban-Boards. Ein typisches Einsatzbeispiel ist eine Marketingabteilung, die Kampagnenaufgaben auf ein Board verteilt, Zuständigkeiten zuweist und den Status per Spaltenansicht verfolgt, ohne dass Abhängigkeiten zwischen einzelnen Aufgaben eine Rolle spielen. Was Planner nicht bietet, ist ein vollwertiges Projektmanagement-Werkzeug mit Gantt-Diagrammen, wie es Project darstellt: Abhängigkeiten zwischen Vorgängen, eine detaillierte Ressourcen- und Kapazitätsplanung über mehrere Projekte hinweg oder eine Terminplanung mit kritischem Pfad lassen sich in Planner nicht abbilden. Für kleine Teams mit überschaubaren Aufgabenlisten reicht das völlig aus, für die Steuerung komplexer Projekte mit mehreren Abhängigkeiten und Beteiligten stößt Planner spürbar an seine Grenzen.
Was Project Standard und Professional zusätzlich bieten
Project Standard bringt die klassischen Projektmanagement-Werkzeuge mit: Gantt-Diagramme, Terminplanung mit Abhängigkeiten zwischen Vorgängen und eine grundlegende Ressourcenzuweisung. Project Professional erweitert dies unter anderem um Funktionen für die teamübergreifende Zusammenarbeit und eine feinere Ressourcen- und Kapazitätsplanung. Beide Editionen richten sich an Unternehmen, die Projekte mit mehreren Vorgängen, Abhängigkeiten und Ressourcen strukturiert planen und den Fortschritt über die gesamte Projektlaufzeit nachverfolgen müssen, statt einzelne Aufgaben nur abzuhaken.
Entscheidungslogik nach Projektkomplexität
- Einfache Aufgabenlisten, Kanban-Boards, wenige Beteiligte ohne feste Abhängigkeiten: Planner reicht aus, sofern ein passendes M365-Abo bereits vorhanden ist.
- Mehrere parallele Projekte mit Abhängigkeiten zwischen Vorgängen: Project Standard bildet Gantt-Diagramme und Terminketten ab, die Planner nicht abdeckt.
- Ressourcen- und Kapazitätsplanung über mehrere Projekte und Teams hinweg: Project Professional bietet die dafür notwendige Tiefe.
- Kein laufendes M365-Abo gewünscht, aber Projektmanagement-Funktionen benötigt: Eine gebrauchte Project-Kauflizenz deckt den Bedarf ohne Abo-Bindung.
- Mehrere Abteilungen sollen mit Auswertungen zum Projektfortschritt arbeiten, ohne dass jede Person selbst Projektpläne pflegt: Eine Kombination aus Project für die Planung und Planner für die operative Aufgabenverteilung ist in der Praxis üblich und schließt sich nicht gegenseitig aus.
Project-Preise gebraucht: Standard oder Professional, 2021 oder 2024
Bei Lyzio sind Project-Kauflizenzen mehrerer Generationen als gebrauchte Volumenlizenz erhältlich. Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Preise (Preisliste Stand September 2026, netto).
| Produkt | Preis netto |
|---|---|
| Project LTSC 2021 Standard | 344,80 € |
| Project LTSC 2021 Professional | 756,00 € |
| Project LTSC 2024 Standard | 374,40 € |
| Project LTSC 2024 Professional | 620,96 € |
Auffällig ist, dass Project LTSC 2021 Professional mit 756,00 Euro netto deutlich teurer ist als das neuere Project LTSC 2024 Professional mit 620,96 Euro netto. Wie sich dieses Preisbild zwischen den Generationen erklärt und welche Version im Einzelfall die wirtschaftlichere Wahl ist, ordnet unser Ratgeber Project 2024 gebraucht kaufen: Warum die ältere Version mehr kostet im Detail ein.
Fazit: Anforderung vor Werkzeug entscheiden
Microsoft Project oder Planner ist letztlich eine Frage der Projektkomplexität, nicht des Budgets allein. Planner deckt einfache Aufgabenverwaltung im Team ab und ist bei vorhandenem M365-Abo ohne Zusatzkosten nutzbar. Sobald Abhängigkeiten, Ressourcenplanung oder eine strukturierte Terminplanung über mehrere Projekte hinweg gefragt sind, führt an Microsoft Project kein Weg vorbei, wahlweise als gebrauchte Kauflizenz ohne laufende Abo-Bindung. Für viele mittelständische Unternehmen ist dabei kein Entweder-oder nötig: Planner bleibt das Werkzeug für die tägliche Aufgabenkoordination im Team, während Project dort zum Einsatz kommt, wo tatsächlich ein Projektplan mit Terminketten und Ressourcenzuweisung gepflegt werden muss. Wer sich zusätzlich mit dem Auslaufen von Project Online befasst, findet die passende Einordnung in unserem Ratgeber Project Online eingestellt: Die Alternative ohne neues Abo. Mehr zum Prinzip der Kauflizenz und zu Microsoft 365 erklärt unser Glossar.