Bei der Lizenzplanung stehen meist Windows und Office im Mittelpunkt, während Visio und Project als vermeintliche Randprodukte kaum Beachtung finden, dabei zählen sie zu den teuersten Positionen im Portfolio. Wer eine Visio Dauerlizenz in Erwägung zieht oder Project gebraucht kaufen möchte, kann gegenüber einem pauschalen Abo-Add-on erheblich sparen, vorausgesetzt, die Rollen im Unternehmen sind vorher sauber analysiert. Dieser Ratgeber zeigt, wer die Tools wirklich braucht, was Kauflizenz und Abo unterscheidet und was gebrauchte Volumenlizenzen aktuell kosten.
Die vergessenen Kostentreiber: Visio und Project im Lizenz-Portfolio
Visio und Project werden häufig pauschal als Zusatz zu Microsoft 365 hinzugebucht, obwohl beide Produkte in der Vollversion deutlich teurer sind als ein einzelner Office-Arbeitsplatz. Wird das Add-on für alle Mitarbeiter aktiviert, obwohl nur ein Bruchteil der Belegschaft tatsächlich Diagramme oder Projektpläne erstellt, entsteht über die Zeit ein spürbarer, oft unbemerkter Kostenblock. Eine gezielte Betrachtung, wer die Tools wirklich benötigt, lohnt sich daher genauso wie bei jeder anderen Lizenzposition im Unternehmen.
Wer braucht Visio und Project wirklich? Eine Rollen-Analyse
In der Praxis nutzen typischerweise nur bestimmte Rollen Visio und Project regelmäßig und intensiv: Projektleiter und PMO-Mitarbeiter für die Projektplanung, IT- und Prozessverantwortliche für Netzwerk- und Ablaufdiagramme, Facility- und Produktionsplaner für Grundrisse und Anlagenpläne. Die überwiegende Mehrheit der übrigen Belegschaft benötigt beide Werkzeuge dagegen nie oder nur gelegentlich zum reinen Betrachten fertiger Dokumente, wofür in der Regel kostenlose Viewer ausreichen. Eine kurze Bestandsaufnahme, wer diese Tools tatsächlich aktiv zum Erstellen und Bearbeiten nutzt, ist die Grundlage jeder wirtschaftlichen Entscheidung zwischen Kauf und Abo.
Kauflizenz oder Abo: LTSC-Version und Plan im Vergleich
Visio und Project stehen grundsätzlich in zwei Modellen zur Verfügung. Als Kauflizenz im LTSC-Kanal erwerben Sie das Nutzungsrecht einmalig und unbefristet: Der Support für Visio LTSC 2021 und Project LTSC 2021 läuft am 14. Oktober 2026 aus, was für Bestandskunden dieser Version ein konkreter Anlass ist, den Wechsel auf eine neuere Version zu planen. Als Abo-Variante bietet Microsoft gestaffelte Pläne an, die sich im Funktionsumfang unterscheiden, von grundlegender Diagramm- beziehungsweise Projektplanungsfunktion bis zu erweiterten, cloudbasierten Funktionen mit Team-Zusammenarbeit. Für belastbare, aktuelle Abo-Preise sollten Sie stets die offizielle Microsoft-Preisseite konsultieren, da sich diese kurzfristig ändern können. Der grundsätzliche Unterschied bleibt jedoch bestehen: Eine Kauflizenz kostet einmalig, ein Abo-Platz läuft dauerhaft und pro Nutzer weiter, unabhängig davon, wie oft das Tool tatsächlich verwendet wird.
Visio Dauerlizenz und Project gebraucht kaufen: Preise im Überblick
Wer sich für den Kauf statt für ein Abo entscheidet, findet gebrauchte Volumenlizenzen von Visio und Project zu einem Bruchteil des Neupreises. Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl aus dem aktuellen Lyzio-Sortiment, alle Preise netto zzgl. 19 % MwSt., Stand 10. August 2026:
| Produkt | ca. netto | Neupreis-Referenz |
|---|---|---|
| Visio LTSC 2021 Standard | ca. 158 € | 409 € |
| Visio LTSC 2021 Professional | ca. 271 € | 819 € |
| Visio LTSC 2024 Standard | ca. 198 € | 429 € |
| Visio LTSC 2024 Professional | ca. 390 € | 869 € |
| Project LTSC 2021 Standard | ca. 345 € | 849 € |
| Project LTSC 2021 Professional | ca. 756 € | 1.659 € |
| Project LTSC 2024 Standard | ca. 374 € | 939 € |
| Project LTSC 2024 Professional | ca. 621 € | 1.799 € |
Auch ältere, weiterhin einsetzbare Versionen wie Visio oder Project LTSC 2019 und 2016 sind im Shop-Bereich Project, Visio & Excel gelistet, teils zu noch niedrigeren Preisen, sofern die jeweilige Version für den geplanten Einsatzzweck noch ausreicht.
Beispielrechnung: 25 Mitarbeiter, aber nur wenige echte Nutzer
Ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern prüft, ob sich ein pauschales Project- und Visio-Add-on für die gesamte Belegschaft lohnt. Die Rollen-Analyse ergibt: Nur 4 Personen, der Projektleiter, zwei Prozessverantwortliche und ein Facility-Planer, erstellen regelmäßig eigene Diagramme oder Projektpläne, alle anderen benötigen die Dateien höchstens zum Betrachten. Statt ein Abo-Add-on für 25 Arbeitsplätze zu buchen, beschafft die IT-Abteilung gezielt 4 gebrauchte Volumenlizenzen, etwa je 2 Visio LTSC 2021 Standard und 2 Project LTSC 2021 Standard, zu einem Bruchteil dessen, was eine Ausstattung aller 25 Arbeitsplätze mit einem laufenden Abo kosten würde. Da es sich um unbefristete Kauflizenzen handelt, fällt zudem keine laufende monatliche Gebühr an, solange die betroffenen Mitarbeiter die Tools weiter benötigen.
Fazit
Visio und Project verdienen bei der Lizenzplanung dieselbe Aufmerksamkeit wie Windows und Office, denn ein pauschales Abo für die gesamte Belegschaft ist in den meisten Unternehmen unwirtschaftlich. Eine kurze Rollen-Analyse zeigt meist, dass nur eine kleine Gruppe die Tools aktiv braucht, für die sich gezielt gekaufte, gebrauchte Dauerlizenzen deutlich stärker rechnen als ein Add-on für alle. Wer zusätzlich den Support-Ablauf von LTSC 2021 am 14. Oktober 2026 im Blick behält, kann den anstehenden Versionswechsel gleich für eine wirtschaftlichere Lizenzstruktur nutzen.