Lizenzierung

Enterprise Agreement Alternative Mittelstand: EA-Rabattstufen fallen weg

31. August 2026 · Lesezeit 9 Min. · Lyzio Redaktion

Wer als mittelständisches Unternehmen mit Microsoft über ein Enterprise Agreement (EA) lizenziert, steht beim nächsten Renewal vor einer neuen Ausgangslage. Seit dem 1. November 2025 hat Microsoft die gestaffelten Preisstufen für Online Services im EA abgeschafft, alle Kunden zahlen seither denselben Listenpreis. Wer eine Enterprise Agreement Alternative Mittelstand sucht, findet in diesem Ratgeber eine Einordnung der Änderung, einen Vergleich zu CSP und MCA-E sowie konkrete Handlungsoptionen für das kommende Renewal, einschließlich des Umstiegs auf gebrauchte Kauflizenzen für On-Premises-Anteile.

Was sich am Enterprise Agreement seit November 2025 ändert

Bislang staffelte Microsoft die Preise für Online Services im EA nach Vertragsvolumen in die Level A, B, C und D, größere Kunden mit höherem Lizenzvolumen erhielten dabei spürbare Rabatte gegenüber dem Einstiegslevel A. Seit dem 1. November 2025 ist diese Staffelung Geschichte: Alle EA-Kunden zahlen unabhängig vom Volumen den Level-A-Listenpreis. Gleichzeitig verstärkt Microsoft den Trend, kleinere und mittlere EA-Kunden aus dem klassischen Enterprise Agreement in Richtung CSP (Cloud Solution Provider) oder MCA-E (Microsoft Customer Agreement for Enterprise) zu bewegen. Für Unternehmen, deren Vertragsvolumen bislang in einer rabattierten Stufe lag, bedeutet das beim nächsten Renewal eine spürbar andere Kalkulation.

EA, CSP und MCA-E im Vergleich

Das Enterprise Agreement ist der klassische Microsoft-Rahmenvertrag mit dreijähriger Laufzeit, festen Zahlungsplänen und Preisschutz über die Vertragslaufzeit, traditionell für größere Organisationen konzipiert. Das CSP-Modell läuft dagegen über einen Partner, der Lizenzen monatlich oder jährlich flexibel bereitstellt und betreut, ohne die feste Dreijahresbindung des EA. MCA-E ist der direkte Vertrag mit Microsoft außerhalb des klassischen EA-Rahmens, ebenfalls flexibler in der Struktur, aber ohne manche EA-typischen Vergünstigungen. Wer aus einem älteren Volumenlizenzvertrag kommt, kennt möglicherweise noch das MPSA als weiteres, mittlerweile auslaufendes Vertragsmodell für kleinere und mittlere Unternehmen. Für die Wahl zwischen den drei aktuellen Optionen zählt vor allem, wie planbar das eigene Lizenzvolumen ist und wie viel vertragliche Flexibilität gegenüber Preisschutz gewünscht wird.

Was der Wegfall der Rabattstufen für Mittelständler bedeutet

Für Unternehmen, die bislang von einer rabattierten Stufe profitiert haben, bedeutet die Vereinheitlichung auf den Level-A-Preis eine reale Mehrbelastung. Laut Marktberichten und Branchenschätzungen liegt die Mehrbelastung für vormals rabattierte Stufen bei rund 13 Prozent, eine offizielle Bestätigung dieser Zahl durch Microsoft selbst liegt nicht vor, sie sollte daher als Orientierungsgröße und nicht als feste Kalkulationsbasis verstanden werden. Branchenquellen nennen zudem eine Schwelle von rund 2.400 Nutzern, unterhalb derer eine EA-Verlängerung zunehmend erschwert wird, auch diese Zahl ist nicht offiziell von Microsoft bestätigt und sollte entsprechend vorsichtig behandelt werden. Neben dem reinen Preiseffekt entfallen beim Wechsel zu CSP oder MCA-E teils EA-typische Vorzüge wie feste Zahlungspläne über die Laufzeit und ein vertraglich fixierter Preisschutz, was die Budgetplanung für IT-Verantwortliche zusätzlich erschwert.

Enterprise Agreement Alternative für den Mittelstand: Handlungsoptionen beim Renewal

Statt das EA-Renewal unverändert fortzuschreiben oder unreflektiert zu CSP beziehungsweise MCA-E zu wechseln, lohnt sich vor der Entscheidung eine strukturierte Bestandsaufnahme. Drei Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

  • Bedarfsanalyse vor dem Renewal: Mit einer Lizenz-Bestandsanalyse lässt sich klären, welche Arbeitsplätze tatsächlich Cloud-Dienste wie Teams, Exchange Online oder gemeinsame Cloud-Speicher benötigen und welche im Kern nur ein lokales Office oder einen Serverzugriff brauchen.
  • On-Premises-Anteile auf gebrauchte Kauflizenzen umstellen: Für Arbeitsplätze ohne echten Cloud-Bedarf ersetzt eine dauerhafte Kauflizenz das laufende Abo. Ein Beispiel: Office LTSC 2024 Standard ist bei Lyzio gebraucht bereits ab 229,00 € netto erhältlich statt fortlaufender Abo-Kosten (Preisliste Stand August 2026, netto). Auch Windows-Server-Infrastruktur und die zugehörigen CALs lassen sich aus dem gebrauchten Katalog beziehen, statt sie über das EA neu zu lizenzieren.
  • Abo nur für echte Cloud-Workloads: Für Teams, Exchange Online, SharePoint Online und vergleichbare Dienste mit echtem Cloud-Mehrwert bleibt ein Abo-Modell sinnvoll, hier lohnt der Vergleich zwischen CSP und MCA-E im Detail.

Für die Frage, ob im Einzelfall Kauf oder Abo wirtschaftlicher ist, liefert unser Lizenzrechner eine erste Orientierung.

Beispielrechnung: 100-Nutzer-Mittelständler beim EA-Renewal

Ein Mittelständler mit 100 Arbeitsplätzen steht vor dem EA-Renewal und prüft, welcher Anteil der Belegschaft tatsächlich Cloud-Dienste benötigt. Die Analyse ergibt: 60 Mitarbeiter arbeiten regelmäßig mit Teams, gemeinsamen Cloud-Dokumenten und Exchange Online und bleiben sinnvollerweise im Abo-Modell. 40 Mitarbeiter benötigen dagegen ausschließlich ein lokales Office ohne Cloud-Anbindung, etwa in der Produktion oder im Archiv. Für diese 40 Arbeitsplätze sowie zwei begleitende Windows-Server-Systeme zeigt die folgende Tabelle die Umstellung auf gebrauchte Kauflizenzen, alle Preise netto, Stand August 2026.

PositionMengePreis je StückSumme
Office LTSC 2024 Standard (Kauflizenz)40229,00 €9.160,00 €
Windows Server 2022 Standard, 2-Core-Lizenz272,00 €144,00 €
Windows Server 2022 User CAL10022,40 €2.240,00 €
Summe einmalig11.544,00 €

Diesen einmaligen Kaufbetrag von 11.544,00 € netto stellt das Unternehmen den laufenden, jährlich wiederkehrenden Abo-Kosten für dieselben 40 Arbeitsplätze gegenüber, die im EA künftig zum einheitlichen Level-A-Preis anfallen würden. Die verbleibenden 60 Cloud-Arbeitsplätze verhandelt das Unternehmen gezielt über CSP oder MCA-E, mit voller Aufmerksamkeit auf einen Anbieter mit belastbarem Preisschutz.

Praxis-Tipp: Beginnen Sie die Bedarfsanalyse mindestens sechs Monate vor dem EA-Renewal. So bleibt genug Zeit, um Arbeitsplätze sauber in Cloud- und On-Premises-Bedarf zu trennen, statt unter Zeitdruck den gesamten Bestand unreflektiert in ein neues Vertragsmodell zu überführen.

Fazit

Der Wegfall der gestaffelten EA-Preisstufen zum 1. November 2025 trifft mittelständische Unternehmen mit bislang rabattiertem Vertragsvolumen unmittelbar beim nächsten Renewal. Statt das EA unreflektiert fortzuschreiben oder komplett zu CSP oder MCA-E zu wechseln, lohnt sich eine differenzierte Betrachtung: Echte Cloud-Workloads bleiben im Abo, Arbeitsplätze ohne Cloud-Bedarf lassen sich dauerhaft über gebrauchte Kauflizenzen abdecken. Für die konkrete Preisentwicklung bei Microsoft 365 selbst lohnt zusätzlich ein Blick in unseren Ratgeber zur M365-Preiserhöhung 2026, für die dauerhafte Kombination aus Abo und Kauflizenz unser Ratgeber zur hybriden Lizenzierung. Lyzio unterstützt Sie bei der Bestandsaufnahme und liefert die passenden gebrauchten Kauflizenzen mit vollständiger Dokumentation.

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Häufige Fragen

Was ändert sich seit 1. November 2025 am Enterprise Agreement?

Seit dem 1. November 2025 hat Microsoft die gestaffelten Preisstufen Level B, C und D für Online Services im Enterprise Agreement abgeschafft. Alle EA-Kunden zahlen seither einheitlich den Level-A-Listenpreis, unabhängig von der bisherigen Rabattstufe.

Welche Alternativen zum Enterprise Agreement gibt es?

Microsoft drängt kleinere und mittlere EA-Kunden verstärkt Richtung CSP (Cloud Solution Provider, partnergeführt) oder MCA-E (Microsoft Customer Agreement for Enterprise, Direktvertrag). Beide Modelle ersetzen den klassischen Drei-Jahres-EA-Vertrag durch andere Konditionen.

Muss ich beim EA-Renewal komplett auf Cloud-Abos setzen?

Nein. Für Arbeitsplätze ohne echten Cloud-Bedarf lassen sich On-Premises-Anteile wie Office oder Windows Server auch dauerhaft als gebrauchte Kauflizenz beziehen, Abo-Modelle lohnen sich vor allem für Workloads mit tatsächlichem Cloud-Nutzen.

Wie groß ist die Kostensteigerung durch den Wegfall der Rabattstufen?

Laut Marktberichten und Branchenschätzungen liegt die Mehrbelastung für vormals rabattierte Stufen bei rund 13 Prozent, eine offizielle Microsoft-Bestätigung dieser Zahl liegt nicht vor. Die tatsächliche Auswirkung hängt vom bisherigen Rabattlevel und Vertragsvolumen ab.