Lizenzierung

Software mieten oder kaufen: Die TCO-Rechnung für Unternehmen

31. August 2026 · Lesezeit 9 Min. · Lyzio Redaktion

Die Frage Software mieten oder kaufen stellt sich für Unternehmen bei jeder Investition in Server- und Infrastruktur-Software neu. Dieser Ratgeber betrachtet bewusst nicht die Office-Frage, dazu finden Sie eine eigene Abwägung in unserem Ratgeber Office kaufen oder abonnieren. Im Mittelpunkt stehen hier Server-Betriebssysteme, Datenbanken und vergleichbare Infrastruktur-Software, für die sich die Gesamtkostenbetrachtung über mehrere Jahre besonders lohnt.

Die Antwort hängt naturgemäß vom Einzelfall ab: Wachstumsstarke Vorhaben mit kurzer Nutzungsdauer profitieren mitunter tatsächlich von der Flexibilität eines Abos. Für die Kerninfrastruktur eines Unternehmens, die über Jahre stabil betrieben wird, sprechen die im Folgenden vorgestellten Zahlen jedoch überwiegend für die Kauflizenz.

Software mieten oder kaufen: Die TCO-Frage für Server-Software

Bei der Bewertung Total Cost of Ownership zählt nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch, wie sich Kosten über die gesamte Nutzungsdauer entwickeln. Eine Einführung in die Kennzahl finden Sie im Glossar unter TCO. Bei Abo-Modellen ist die monatliche Zahlung von Anfang an bekannt, die Gesamtkosten über mehrere Jahre hängen aber stark davon ab, wie sich die Preise während der Laufzeit entwickeln. Bei Kauflizenzen fällt die Investition dagegen einmalig an und ist von Beginn an vollständig planbar.

Für Geschäftsführer und IT-Verantwortliche im Mittelstand ist gerade diese Planbarkeit ein zentrales Argument: Ein einmaliger Kaufpreis lässt sich im Investitionsbudget eines Geschäftsjahres fest verankern, während wiederkehrende Abo-Kosten dauerhaft im laufenden Betriebsbudget eingeplant werden müssen und bei jeder Preisrunde des Anbieters neu zur Disposition stehen. Wer mehrere Server über Jahre hinweg betreibt, spürt diesen Unterschied besonders deutlich in der Budgetplanung.

Auch On-Premises wird zum Abo: Das Beispiel Hotpatching

Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, On-Premises-Software sei automatisch frei von laufenden Kosten. Ein aktuelles Gegenbeispiel liefert Windows Server 2025: Das Hotpatching-Verfahren, mit dem sich Sicherheitsupdates ohne Neustart einspielen lassen, ist seit dem 1. Juli 2025 ein kostenpflichtiges Abonnement, abgerechnet mit 1,50 US-Dollar je Prozessorkern und Monat. Für einen Server mit 32 Kernen ergeben sich daraus 48 US-Dollar im Monat beziehungsweise 576 US-Dollar im Jahr, zusätzlich zur eigentlichen Serverlizenz. Auch im On-Premises-Betrieb lohnt sich damit ein genauer Blick darauf, welche Funktionen künftig nur noch im Abo verfügbar sind.

Abo-Preise steigen: Die Microsoft-365-Preisrunde 2026

Dass Abo-Preise über die Zeit steigen, zeigt die jüngste Microsoft-365-Preisanpassung zum 1. Juli 2026 exemplarisch. Die folgende Tabelle zeigt offizielle Beispiele aus der Microsoft-Preisliste, pro Nutzer und Monat, in US-Dollar bei jährlicher Abrechnung.

PlanVorherNachher (ab 01.07.2026)Veränderung
Office 365 E323 USD26 USD+13 %
Office 365 E538 USD41 USD+8 %
Microsoft 365 E336 USD39 USD+8 %
Microsoft 365 Business Basic6 USD7 USD+16 %

Eigenständige Teams- und Copilot-Lizenzen waren von dieser Preisrunde ausdrücklich ausgenommen, betroffen waren aber mehrere zentrale Business- und Enterprise-Pläne. Für Unternehmen, die langfristig mit Server-Infrastruktur planen, ist eine solche Preisentwicklung ein Argument, den reinen Abo-Pfad nicht unhinterfragt zu wählen. Wer seine Softwarekosten über einen Fünf- oder Zehnjahreshorizont plant, sollte solche Preisrunden als wiederkehrenden Faktor einkalkulieren, nicht als einmaligen Ausreißer.

Kauflizenz: Einmalig, budgetierbar, wiederverkaufbar

Eine Kauflizenz kostet einmalig, verursacht danach keine laufenden Lizenzgebühren und lässt sich am Ende der Nutzungsdauer weiterverkaufen. Bei Lyzio kostet beispielsweise eine gebrauchte Windows Server 2022 Standard 2-Core-Lizenz 72,00 Euro netto, Preisliste Stand August 2026. Wird eine solche Lizenz später nicht mehr benötigt, zahlt Lyzio dafür einen Rückkauf-Restwert von bis zu 30 %, Details dazu in unserem Ankaufsprogramm für Lizenzen. Diese Kombination aus planbarem Einmalpreis und Restwert senkt die tatsächlichen Kosten einer Kauflizenz über die Nutzungsdauer weiter.

Hinzu kommt ein Aspekt, der bei reinen Abo-Vergleichen oft übersehen wird: Eine Kauflizenz bleibt auch nach Ablauf des Herstellersupports technisch nutzbar, sie erlischt nicht automatisch und muss nicht aktiv gekündigt werden, um Folgekosten zu vermeiden. Für Unternehmen mit längeren Investitionszyklen, etwa in Produktion oder Verwaltung, ist dieser Unterschied zwischen Kauf und Miete oft entscheidender als der reine Preis pro Monat.

5-Jahres-Beispielrechnung: 16-Core-Server

Für einen Server mit 16 Kernen benötigen Sie acht Windows-Server-2022-Standard-2-Core-Lizenzen. Die Rechnung, netto, Preisliste Stand August 2026:

PostenPreis
8 × Windows Server 2022 Standard, 2-Core-Lizenz (72,00 €)576,00 €
Laufende Lizenzgebühren über 5 Jahre0,00 €

Für 576,00 Euro einmalig ist der Server damit unbefristet lizenziert, ohne weitere Lizenzkosten über die gesamte Nutzungsdauer. Zum Vergleich, ausschließlich mit belegten Zahlen und als Zusatzkosten-Beispiel gedacht, nicht als vollständiger Produktvergleich: Entscheidet sich ein Unternehmen zusätzlich für das Hotpatching-Abo auf demselben 16-Core-Server, fallen dafür 1,50 US-Dollar × 16 Kerne = 24 US-Dollar im Monat an, macht 288 US-Dollar im Jahr beziehungsweise 1.440 US-Dollar über fünf Jahre, allein für diese eine Zusatzfunktion. Eine grobe Ersteinschätzung für Ihr eigenes Szenario liefert unser Break-even-Rechner, eine genaue Kalkulation Ihres Lizenzbedarfs unser Lizenzrechner. Grundlagen zur Kennzahl finden Sie zudem im Glossar unter Break-even Abo versus Kauf.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie bei jeder Server-Beschaffung nicht nur den Kaufpreis, sondern auch, welche Zusatzfunktionen künftig nur noch im Abo verfügbar sein könnten. Rechnen Sie diese Posten für Ihre geplante Nutzungsdauer separat mit ein, statt sie im Gesamtbudget zu übersehen.

Fazit

Bei Server- und Infrastruktur-Software bleibt die Kauflizenz für planbare, mehrjährige Nutzung meist die budgetsicherere Wahl: einmaliger Preis, kein Preisrisiko durch künftige Abo-Erhöhungen und ein Restwert bei Weiterverkauf. Abo-Kosten wandern zunehmend auch in die On-Premises-Welt, etwa über Zusatzfunktionen wie Hotpatching, während klassische Cloud-Abos wie Microsoft 365 regelmäßig teurer werden. Für die konkrete Prüfung des eigenen Bedarfs empfiehlt sich, zunächst den bestehenden Lizenzbestand transparent zu machen und erst danach die Kauf-Miete-Entscheidung für neue Server zu treffen. Wer den umgekehrten Weg geht und Cloud-Workloads zurück ins eigene Rechenzentrum holt, findet dazu Hintergründe in unserem Ratgeber Cloud Repatriation: Zurück zu On-Premises. Lyzio unterstützt Sie mit geprüften, gebrauchten Kauflizenzen und persönlicher Lizenzberatung bei der passenden Entscheidung.

Kauflizenzen statt Abo: Server-Software geprüft und gebraucht

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Häufige Fragen

Lohnt sich Software mieten oder kaufen für Unternehmen eher?

Für Server- und Infrastruktur-Software ist die Kauflizenz über die Nutzungsdauer meist die budgetsicherere Variante: Der Kaufpreis fällt einmalig an, ist planbar und die Lizenz bleibt bei Bedarf wiederverkaufbar. Abo-Modelle bringen laufende, tendenziell steigende Kosten mit sich.

Werden auch On-Premises-Lizenzen zu Abo-Modellen?

Teilweise ja. Ein Beispiel ist das Hotpatching-Abo für Windows Server 2025, das seit Juli 2025 kostenpflichtig ist und mit 1,50 US-Dollar je Prozessorkern und Monat abgerechnet wird, zusätzlich zur eigentlichen Serverlizenz.

Wie stark steigen Microsoft-365-Abopreise 2026?

Zum 1. Juli 2026 hat Microsoft die Preise mehrerer Microsoft-365- und Office-365-Pläne angehoben, etwa Office 365 E3 von 23 auf 26 US-Dollar pro Nutzer und Monat, ein Plus von rund 13 Prozent.

Was passiert mit einer gekauften Lizenz, die nicht mehr gebraucht wird?

Nicht mehr benötigte Kauflizenzen lassen sich weiterverkaufen. Lyzio zahlt für geeignete Lizenzen einen Rückkauf-Restwert von bis zu 30 Prozent, was die tatsächlichen Kosten einer Kauflizenz über die Nutzungsdauer weiter senkt.