Diese Office Deployment Tool Anleitung richtet sich an IT-Administratoren, die Office, Visio oder Project als Volumenlizenz im Unternehmen ausrollen wollen, nachdem die passenden Lizenzen bereits beschafft sind. Das Office Deployment Tool, kurz ODT, ist dabei die von Microsoft vorgesehene Methode für kontrollierte Rollouts und ersetzt die frühere, direkte MSI-Installation. Dieser Ratgeber führt durch Download, die zentrale configuration.xml, die Wahl des richtigen LTSC-Channels sowie die anschließende Aktivierung.
Office Deployment Tool herunterladen und vorbereiten
Das ODT wird kostenlos über das offizielle Microsoft Download Center bezogen und besteht im Kern aus einer ausführbaren Datei (setup.exe) sowie der Konfigurationsdatei configuration.xml, die Sie selbst erstellen oder anpassen. Wer die XML nicht von Hand schreiben möchte, kann sie alternativ webbasiert über das Office Customization Tool unter config.office.com/deploymentsettings zusammenklicken lassen und anschließend als Datei herunterladen. Der eigentliche Rollout läuft danach in zwei Schritten ab: Zunächst lädt setup.exe /download configuration.xml die benötigten Installationsdateien lokal herunter, danach installiert setup.exe /configure configuration.xml die Anwendungen gemäß der Konfiguration auf dem Zielgerät oder im Netzwerk.
In größeren Umgebungen empfiehlt es sich, die heruntergeladenen Installationsdateien einmalig auf eine zentrale Netzwerkfreigabe zu legen und von dort aus per Gruppenrichtlinie, Softwareverteilung oder Anmeldeskript auf die Zielgeräte auszurollen, statt jeden Download einzeln über das Internet zu wiederholen. So lässt sich derselbe, einmal geprüfte Softwarestand kontrolliert auf beliebig viele Arbeitsplätze bringen. Vor dem unternehmensweiten Rollout ist zudem eine kleine Pilotgruppe sinnvoll: Wird die configuration.xml zunächst auf wenigen Testgeräten angewendet, lassen sich falsch gewählte Product-IDs oder ein falscher Channel erkennen, bevor sie sich auf die gesamte Belegschaft auswirken.
Die configuration.xml verstehen: Add, Product, Language und Channel
Die configuration.xml folgt einem festen Aufbau mit <Configuration> als Wurzelelement. Darin steuert das <Add>-Element die Installation: Es legt fest, ob 32- oder 64-Bit installiert wird und über welchen Update-Channel. Innerhalb von <Add> definiert je ein <Product ID="...">-Block, welche Anwendung installiert wird, etwa Office, Visio oder Project, und ein verschachteltes <Language ID="...">-Element die Sprache, zum Beispiel de-de. Mehrere Language- und Product-Blöcke lassen sich beliebig kombinieren. Ergänzend stehen optionale Elemente wie <Display Level=""/> für den Grad der Installationsanzeige, <Updates Enabled=""/> zur Steuerung automatischer Updates sowie <RemoveMSI/> zur Entfernung älterer MSI-basierter Office-Versionen zur Verfügung. Ein vollständiges Beispiel für die 2024er-LTSC-Generation mit Office, Visio und Project sieht so aus:
<Configuration>
<Add OfficeClientEdition="64" Channel="PerpetualVL2024">
<Product ID="ProPlus2024Volume">
<Language ID="de-de" />
</Product>
<Product ID="VisioPro2024Volume">
<Language ID="de-de" />
</Product>
<Product ID="ProjectPro2024Volume">
<Language ID="de-de" />
</Product>
</Add>
<Display Level="None" AcceptEULA="TRUE" />
<Updates Enabled="FALSE" />
<RemoveMSI />
</Configuration>
LTSC-Channel wählen: PerpetualVL2021 oder PerpetualVL2024
Der Channel im <Add>-Element muss zur beschafften LTSC-Version passen. Für Office-, Visio- und Project-LTSC 2021-Volumenlizenzen ist PerpetualVL2021 korrekt, für die LTSC 2024-Generation PerpetualVL2024. Ein falsch gewählter Channel führt dazu, dass das ODT versucht, eine andere Produktversion herunterzuladen, als tatsächlich lizenziert wurde. Läuft im Unternehmen eine gemischte Umgebung aus 2021er- und 2024er-Lizenzen, empfiehlt sich pro Version eine eigene configuration.xml, statt beide Channels in einer Datei zu vermischen.
Visio und Project über das ODT ausrollen
Visio und Project lassen sich wie Office selbst über zusätzliche Product-Blöcke im gleichen <Add>-Element installieren. Für die 2024er-Generation lauten die gängigen Produkt-IDs VisioPro2024Volume und VisioStd2024Volume für Visio sowie ProjectPro2024Volume und ProjectStd2024Volume für Project, jeweils im Zusammenspiel mit dem Channel PerpetualVL2024. Ein Unternehmen mit 25 Arbeitsplätzen, bei dem beispielsweise 8 Mitarbeiter zusätzlich Visio und 5 Mitarbeiter zusätzlich Project benötigen, kann so mit wenigen zusätzlichen Product-Blöcken je Abteilungsgruppe eine passende configuration.xml pflegen, statt jede Anwendung einzeln von Hand zu installieren.
| Arbeitsplatzgruppe | Benötigte Anwendungen | Product-ID im Add-Block |
|---|---|---|
| Alle 25 Arbeitsplätze | Office LTSC 2024 Standard/Pro Plus | ProPlus2024Volume |
| 8 Arbeitsplätze (Planung/Doku) | Visio LTSC 2024 Professional | VisioPro2024Volume |
| 5 Arbeitsplätze (Projektleitung) | Project LTSC 2024 Professional | ProjectPro2024Volume |
Nach der Installation: Aktivierung per KMS oder MAK
Das ODT installiert die Software, aktiviert sie aber nicht selbst. Volumenlizenzierte LTSC-Produkte werden im Anschluss wie jede andere Volumenlizenz aktiviert, entweder über KMS (Key Management Service) als wiederkehrende Netzwerkaktivierung gegen einen unternehmenseigenen Aktivierungsdienst, oder über MAK (Multiple Activation Key) als einmalige Aktivierung pro Gerät direkt gegen die Microsoft-Aktivierungsserver. Praktisch geschieht das häufig über cscript ospp.vbs /act auf dem Zielgerät oder zentral per Gruppenrichtlinie für einen KMS-Host. Für die eigentliche Installation der Produktschlüssel greift Windows dabei intern auf einen GVLK (Generic Volume License Key) zurück, der von Microsoft je Produktedition standardisiert vorgegeben ist und in der Regel bereits automatisch über das Deployment eingespielt wird, ohne dass Sie ihn manuell eintragen müssen.
Bei größeren Stückzahlen mit dauerhafter Netzwerkanbindung ist KMS in der Regel die praktikablere Wahl, da einmal eingerichtet keine weiteren manuellen Schritte je Gerät anfallen. MAK eignet sich dagegen für kleinere Stückzahlen, Außenstandorte oder Geräte ohne stabile Verbindung zum unternehmenseigenen Netzwerk. Welches Verfahren zur eigenen Umgebung passt und wie die Aktivierung im Detail abläuft, erklärt unser Ratgeber KMS oder MAK: Die richtige Aktivierung wählen.
Fazit
Mit dem Office Deployment Tool rollen Sie Office, Visio und Project kontrolliert und wiederholbar aus, sobald die passenden Volumenlizenzen vorliegen. Entscheidend sind eine sauber gepflegte configuration.xml mit den richtigen Product-IDs, der zur Lizenzversion passende Channel PerpetualVL2021 oder PerpetualVL2024, und im Anschluss die richtige Aktivierungsmethode per KMS oder MAK. Wer diese Reihenfolge einhält und vor dem vollständigen Rollout eine kleine Testgruppe durchläuft, vermeidet die häufigsten Fehlerquellen: falsche Channel-Angaben, veraltete Product-IDs oder eine Aktivierungsmethode, die nicht zur eigenen Netzwerktopologie passt. Bei Lyzio gehören Anleitungen und Support zu jedem Lizenzkauf dazu, damit der Rollout nach der Beschaffung reibungslos gelingt.