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Exchange Server 2019 gebraucht: für wen On-Premises noch trägt

15. September 2026 · Lesezeit 7 Min. · Lyzio Redaktion

Der Markt für gebrauchte Exchange-Lizenzen ist auch nach dem Support-Ende nicht verschwunden, er hat nur seinen Zweck geändert. Wer heute Exchange Server 2019 gebraucht kaufen will, tut das nicht mehr für einen Neueinstieg, sondern für klar umrissene Bestands- und Übergangsszenarien: die laufende Umgebung bis zur geplanten Migration absichern, eine bewusst isolierte Erweiterung lizenzieren, oder fehlende CALs für gewachsene Nutzerzahlen nachkaufen. Dieser Ratgeber ordnet ein, für wen der On-Premises-Betrieb der Generation 2016/2019 noch trägt, was Server und CALs im Zweitmarkt kosten und wo die Grenze zum nicht mehr Vertretbaren verläuft. Alle genannten Lizenzen führt unsere Kategorieseite Exchange Server gebraucht.

Die Ausgangslage: Support-Ende und der Nachfolger Exchange SE

Sowohl Exchange Server 2016 als auch Exchange Server 2019 erreichten am 14. Oktober 2025 ihr offizielles End of Life; seitdem stellt Microsoft für beide Versionen keine regulären Sicherheitsupdates mehr bereit. Der Nachfolger Exchange Server SE (Subscription Edition) ist seit dem 1. Juli 2025 verfügbar, folgt der Modern Lifecycle Policy ohne festes Enddatum und setzt für den fortlaufenden Support eine aktive Software Assurance auf den Exchange-Lizenzen oder eine qualifizierende Microsoft-365-Subskription voraus, faktisch also ein Abo-Modell. Was das für die Entscheidung zwischen SE, Microsoft 365 und Übergangsbetrieb bedeutet, behandelt unser Ratgeber zum Support-Ende von Exchange 2016/2019 und dem Weg zu Exchange SE; das Lizenz- und Kostenmodell von SE im Detail erklärt der Artikel zur Exchange-SE-Lizenzierung.

Drei Szenarien, in denen Exchange 2019 gebraucht noch trägt

Szenario 1: Der befristete Übergangsbetrieb. Eine bestehende Exchange-Umgebung läuft noch für einen begrenzten, fest terminierten Zeitraum bis zur geplanten Migration weiter. Wird in dieser Phase eine zusätzliche Serverlizenz benötigt, etwa für eine saubere Migrations-Zwischenstufe, ist der Neupreis für eine abgekündigte Version kaum zu rechtfertigen; die gebrauchte Lizenz deckt denselben Zweck zu einem Bruchteil.

Szenario 2: Die isolierte Bestandserweiterung. Ein bewusst vom offenen Netz getrenntes System, etwa eine interne Archiv- oder Testumgebung, wird erweitert. Auch hier gilt: Der Support-Status der Produktversion ändert sich nicht dadurch, ob die Lizenz neu oder gebraucht erworben wurde, das Risiko ist in beiden Fällen identisch, der Preis nicht.

Szenario 3: Der CAL-Nachkauf. Das häufigste Szenario: Eine Bestandsumgebung wächst, und für neue Mitarbeiter oder Geräte fehlen Zugriffslizenzen. Wer hier CALs neu kauft, zahlt Listenpreise für eine Produktgeneration ohne Support; der Zweitmarkt bedient denselben Bedarf deutlich günstiger, dazu unten mehr.

Für Neueinstiege ist die Generation 2016/2019 dagegen nicht mehr geeignet, und auch ein zeitlich unbegrenzter Weiterbetrieb eines aus dem Internet erreichbaren Mailservers ohne Sicherheitsupdates ist keine tragfähige Strategie. Die Grenze verläuft dort, wo aus einem terminierten Übergang ein Dauerzustand wird.

Was Exchange Server 2019 und die CALs gebraucht kosten

Die Tabelle zeigt die Exchange-Positionen aus dem Lyzio-Sortiment gegenüber der Microsoft-Neupreis-Referenz aus derselben Preisliste (alle Preise netto, Stand September 2026):

PositionGebraucht (Lyzio)Neupreis-Referenz
Exchange Server 2019 Standard222,40 €928 €
Exchange Server 2019 Enterprise1.440,00 €5.299 €
Exchange Server 2016 Standard310,40 €779 €
Exchange Server 2016 Enterprise1.344,00 €4.464 €
Exchange 2019 Standard User CAL27,20 €89 €
Exchange 2019 Standard Device CAL14,40 €89 €
Exchange 2019 Enterprise User/Device CALje 28,80 €je 57 €

Auffällig ist die Preisstruktur der älteren Generation: Exchange 2016 Standard liegt mit 310,40 € netto über dem 2019er-Standard, weil die Bestandslage im Zweitmarkt die Preise prägt. Wer die Wahl hat, fährt mit der 2019er-Generation deshalb doppelt besser: günstiger im Einkauf und mit offenem Upgrade-Pfad, denn nur von Exchange 2019 mit aktuellstem Update führt ein direktes In-Place-Upgrade zu Exchange Server SE. Ob Standard oder Enterprise die richtige Edition ist, klärt unser Vergleich Exchange Standard vs. Enterprise.

Bei den CALs gilt die Exchange-typische Systematik: Die Standard CAL ist für jeden zugreifenden Nutzer oder jedes Gerät stets erforderlich, die Enterprise CAL kommt optional für erweiterte Funktionen hinzu, sie ergänzt die Standard CAL also, statt sie zu ersetzen. Für die Wahl zwischen den Metriken, User CAL oder Device CAL, entscheidet wie üblich die Arbeitsplatzsituation: personenbezogene Lizenzierung bei Mitarbeitern mit mehreren Geräten, gerätebezogene Lizenzierung bei geteilten Arbeitsplätzen. Auffällig am Preisblatt: Die 2019er Device CAL kostet mit 14,40 € netto nur gut die Hälfte der User CAL, in Schichtbetrieben kann das die Nachkaufsumme fast halbieren.

Rechenbeispiel: CAL-Nachkauf für eine gewachsene Umgebung

Ein Betrieb ist von 15 auf 25 Arbeitsplätze gewachsen und betreibt seine Exchange-2019-Umgebung planmäßig noch bis zur Migration weiter. Benötigt werden 10 zusätzliche Standard User CALs:

Variante10 × Exchange 2019 Standard User CAL
Gebraucht bei Lyzio272,00 € (27,20 €/CAL, netto, Stand September 2026)
Microsoft-Neupreis-Referenz890,00 € (89 €/CAL, netto)
Ersparnis618,00 € bzw. rund 69 %

Der Nachkauf gebrauchter CALs hält die Bestandsumgebung lizenzkonform, ohne die Migrationsentscheidung vorwegzunehmen: Die 272,00 € sind auch dann gut angelegt, wenn die Umgebung in einem Jahr abgelöst wird, während die Neupreis-Variante denselben befristeten Zweck mehr als dreimal so teuer erkauft.

Worauf beim Kauf abgekündigter Versionen zu achten ist

Unabhängig vom Szenario gilt beim Kauf einer abgekündigten Version dieselbe Sorgfalt wie bei jeder Gebrauchtlizenz: Entscheidend ist die lückenlos dokumentierte Rechtekette vom Ersterwerb im EWR über alle Zwischenschritte bis zur Löschungserklärung des Vorbesitzers, denn genau diese Nachweise trägt eine Lizenz auch Jahre später noch durch jede Prüfung. Gerade bei Übergangsszenarien lohnt es sich außerdem, den Bedarf nicht zu knapp zu bemessen: Wer die CAL-Zahl gleich auf den realistischen Endstand der Übergangsphase auslegt, vermeidet mehrere Kleinbestellungen mit jeweils eigener Dokumentation. Welche Unterlagen im Einzelnen zu einem sauberen Gebrauchtkauf gehören, fasst unsere Einkaufs-Checkliste für Gebrauchtsoftware zusammen.

Praxis-Tipp: Halten Sie eine weiterlaufende Exchange-2019-Umgebung auf dem aktuellsten Update-Stand. Nur von dort ist später das direkte In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE möglich; von Exchange 2016 führt der unterstützte Weg erst über ein Update auf 2019. Wer den Update-Stand pflegt, hält sich beide Wege offen.

Fazit

Exchange Server 2019 gebraucht zu kaufen ist 2026 kein Ersatz für eine Migrationsstrategie, aber ihr wirtschaftliches Fundament: Für befristete Übergänge, isolierte Bestandserweiterungen und vor allem den CAL-Nachkauf liefert der Zweitmarkt dieselbe Lizenz zu einem Bruchteil der Neupreis-Referenz, mit 222,40 € netto für den 2019er-Standard-Server und 27,20 € netto je Standard User CAL (Stand September 2026). Entscheidend ist die ehrliche Abgrenzung: Der Support-Status der Version bleibt derselbe, ob neu oder gebraucht gekauft, und ein offen erreichbarer Mailserver ohne Sicherheitsupdates gehört zeitnah abgelöst. Wer den Übergang sauber terminiert, den Update-Stand für den SE-Pfad pflegt und die Zwischenzeit gebraucht lizenziert, kommt planvoll und günstig durch die Migrationsphase. Den vollständigen Migrationsfahrplan liefert unser Ratgeber zur Exchange-Server-Migration 2026.

Exchange Server und CALs für Ihr Übergangsszenario

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Häufige Fragen

Ist Exchange Server 2019 noch im Support?

Nein. Sowohl Exchange Server 2016 als auch Exchange Server 2019 erreichten am 14. Oktober 2025 ihr offizielles End of Life. Seitdem stellt Microsoft für beide Versionen keine regulären Sicherheitsupdates mehr bereit.

Für wen lohnt sich Exchange Server 2019 gebraucht noch?

Für klar abgegrenzte Übergangsszenarien: eine bestehende Umgebung, die bis zur geplanten Migration befristet weiterläuft, eine bewusst isolierte Bestandserweiterung ohne Anschluss an das offene Netz, oder der CAL-Nachkauf für eine wachsende Bestandsumgebung. Für Neueinstiege ist die Generation 2016/2019 nicht mehr geeignet.

Was kostet Exchange Server 2019 gebraucht?

Bei Lyzio kostet Exchange Server 2019 Standard 222,40 € netto, die Enterprise-Edition 1.440,00 € netto. Die Standard User CAL liegt bei 27,20 € netto, die Standard Device CAL bei 14,40 € netto (alle Preise Stand September 2026).

Kann ich von Exchange 2019 später auf Exchange SE wechseln?

Ja. Exchange Server 2019 mit dem aktuellsten Update kann direkt per In-Place-Upgrade auf Exchange Server SE wechseln. Für Exchange 2016 führt der unterstützte Weg zunächst über ein Update auf Exchange 2019. Für den SE-Betrieb selbst ist eine aktive Software Assurance oder eine qualifizierende Microsoft-365-Subskription erforderlich.