Wer neue Büro-Arbeitsplätze ausstattet, kalkuliert Hardware meist auf den Euro genau, während die Software als grober Posten mitläuft. Dabei lässt sich ein Arbeitsplatz komplett lizenzieren, ohne dass eine einzige Position geschätzt werden muss: Betriebssystem, Office-Paket und die Zugriffslizenz auf den zentralen Server sind feste Katalogpositionen mit klaren Preisen. Dieser Ratgeber ist als Einkaufsführer für das komplette Software-Bündel angelegt: Er benennt die drei Kernpositionen je Platz, legt die Serverlizenz anteilig um und rechnet drei Ausbaustufen mit 10, 25 und 50 Arbeitsplätzen durch, jeweils auf Basis gebrauchter Volumenlizenzen aus der aktuellen Lyzio-Preisliste.
Was zu einem komplett lizenzierten Arbeitsplatz gehört
Ein typischer Büro-PC in einer Unternehmensumgebung braucht drei Lizenzpositionen: das Windows-Betriebssystem auf dem Client, ein Office-Paket für die tägliche Arbeit und eine CAL (Client Access License) für den Windows Server, über den Anmeldung, Dateiablage und Druckdienste laufen. Hinzu kommt, einmalig für den gesamten Betrieb, die Serverlizenz selbst, die sinnvollerweise anteilig auf die Arbeitsplätze umgelegt wird. Nicht Teil dieser Rechnung sind Hardware, laufende Cloud-Abonnements wie Microsoft 365 und Spezialanwendungen einzelner Abteilungen, da diese je nach Ausgangslage stark variieren.
Alle Positionen in diesem Ratgeber sind unbefristete Kauflizenzen in Form gebrauchter Volumenlizenzen: einmal bezahlt, dauerhaft nutzbar, ohne monatliche Folgekosten. Für Office setzen wir die aktuelle LTSC-Generation 2024 an, beim Client-Betriebssystem Windows 11 Pro.
Die drei Kernpositionen je Arbeitsplatz
Die Tabelle zeigt die drei Positionen, die an jedem einzelnen Arbeitsplatz anfallen, jeweils als gebrauchte Volumenlizenz bei Lyzio gegenüber der Microsoft-Neupreis-Referenz aus derselben Preisliste (alle Preise netto, Stand September 2026).
| Position je Arbeitsplatz | Gebraucht (Lyzio) | Neupreis-Referenz |
|---|---|---|
| Windows 11 Pro | 67,15 € | 259 € |
| Office LTSC 2024 Standard | 229,00 € | 499 € |
| Windows Server 2022 User CAL | 22,40 € | 69 € |
| Summe je Arbeitsplatz | 318,55 € | 827,00 € |
Schon auf Ebene des einzelnen Platzes liegt das gebrauchte Bündel damit deutlich unter der Neupreis-Referenz. Wichtig bei der CAL: Sie muss mindestens der Version des Servers entsprechen, auf den zugegriffen wird. Läuft im Haus noch ein Windows Server 2019, genügt die günstigere 2019er User CAL für 11,20 € netto (Stand September 2026); wer umgekehrt später auf Windows Server 2025 wechselt, muss die CALs auf die 2025er-Generation anheben. Die Grundlagen dieser Zugriffslizenzen erklärt unser Ratgeber Windows Server richtig lizenzieren.
Der Serveranteil: eine Lizenz für alle Plätze
Zusätzlich zu den Positionen je Platz braucht der Betrieb einmalig die Windows-Server-Lizenz. Für einen typischen Server mit bis zu 16 physischen Kernen deckt die Windows Server 2022 Standard 16-Core-Lizenz für 576,00 € netto (Stand September 2026) die Mindestlizenzierung vollständig ab. Diese Position fällt unabhängig von der Zahl der Arbeitsplätze nur einmal an und wird deshalb umso unbedeutender, je mehr Plätze sie tragen: Bei 10 Plätzen entspricht sie 57,60 € je Platz, bei 50 Plätzen nur noch 11,52 €.
Drei Szenarien: 10, 25 und 50 Arbeitsplätze
Aus Platz-Positionen und Serveranteil ergibt sich die Gesamtrechnung für drei typische Ausbaustufen (gebrauchte Volumenlizenzen, alle Preise netto, Stand September 2026):
| Szenario | Arbeitsplatz-Positionen | Serverlizenz | Gesamt | Je Arbeitsplatz |
|---|---|---|---|---|
| 10 Arbeitsplätze | 3.185,50 € | 576,00 € | 3.761,50 € | 376,15 € |
| 25 Arbeitsplätze | 7.963,75 € | 576,00 € | 8.539,75 € | 341,59 € |
| 50 Arbeitsplätze | 15.927,50 € | 576,00 € | 16.503,50 € | 330,07 € |
Zum Vergleich: Mit denselben Positionen zur Microsoft-Neupreis-Referenz läge das 25-Platz-Szenario bei 21.474,00 € netto statt 8.539,75 € netto, eine Differenz von rund 60 Prozent. Je nach Produktmix sind auf dem Gebrauchtmarkt Ersparnisse von bis zu 80 % gegenüber dem Neupreis möglich; in dieser bewusst aktuell gehaltenen Zusammenstellung mit der jüngsten Office-Generation liegt der Wert etwas darunter.
Interessant ist auch der Blick auf das Wachstum: Ist die Serverlizenz einmal vorhanden, kostet jeder später hinzukommende Arbeitsplatz nur noch die festen 318,55 € netto für die drei Platz-Positionen, ein Wert, der sich unverändert in jede Budgetplanung übernehmen lässt. Wer die Anfangsinvestition weiter senken will, kann einzelne Positionen bewusst eine Generation älter wählen: Office LTSC 2021 Standard statt der 2024er-Generation oder, bei einem 2019er-Server im Haus, die günstigere 2019er-CAL. Die Bündel-Logik bleibt dieselbe, nur die Zeilenwerte ändern sich. Wichtig ist lediglich, die gewählten Generationen konsistent zu halten, damit CAL-Version und Server-Version zusammenpassen und die Dokumentation aller Positionen aus einem Guss bleibt.
Editionen richtig wählen: Standard, Professional Plus und die CAL-Frage
Die Modellrechnung setzt bewusst die Standard-Edition von Office LTSC 2024 an, die mit Word, Excel, PowerPoint und Outlook die typische Büroarbeit abdeckt. Wer zusätzlich Access und weitere Anwendungen benötigt, greift zur Professional-Plus-Edition für 269,00 € netto (Stand September 2026), ein Aufpreis von 40,00 € je Platz. Welcher Zuschnitt zu welchem Arbeitsplatzprofil passt, vergleicht unser Ratgeber Office Standard oder Professional Plus. Bei den CALs stellt sich zusätzlich die Frage User CAL oder Device CAL: Arbeiten mehrere Mitarbeiter im Schichtbetrieb an denselben Geräten, kann die Device CAL die günstigere Metrik sein; bei je einem PC pro Mitarbeiter bleibt die User CAL der Normalfall.
Abgrenzung: Modellrechnung oder Einkaufsführer?
Dieser Ratgeber ergänzt unseren Artikel zu den Softwarekosten pro Arbeitsplatz, ersetzt ihn aber nicht: Dort wird eine einzelne Modellrechnung für einen 25-Mitarbeiter-Betrieb mit Windows-Enterprise-Upgrade und Office LTSC 2021 Position für Position hergeleitet. Hier steht dagegen der Bündel-Einkauf im Vordergrund, mit der aktuellen 2024er-Office-Generation, Windows 11 Pro als Voll-Lizenz und der Skalierung über drei Betriebsgrößen. Für die Budgetplanung lohnt sich der Blick in beide Artikel, je nachdem, ob Sie eine bestehende Ausstattung nachrechnen oder eine neue komplett beschaffen.
Fazit
Ein Büro-PC lässt sich mit drei festen Positionen komplett lizenzieren: Windows 11 Pro für 67,15 €, Office LTSC 2024 Standard für 229,00 € und eine Windows Server 2022 User CAL für 22,40 €, zusammen 318,55 € netto je Arbeitsplatz (Stand September 2026), plus dem anteiligen Serverbeitrag, der mit wachsender Platzzahl gegen rund 12 € je Platz sinkt. Damit liegt das komplette Bündel als gebrauchte Volumenlizenz bei rund 330 bis 376 € je Arbeitsplatz, gegenüber rund 840 bis 910 € zur Neupreis-Referenz. Wer die Rechnung für die eigene Platzzahl und den eigenen Produktmix anpassen will, erhält mit unserem Lizenzrechner in wenigen Minuten eine erste Einschätzung; fertig geschnürte Zusammenstellungen vergleicht der Paket-Vergleich.